Tempeliers.be

Die Templer in Burgund

Während in der Champagne trotz recht zahlreicher nachweisbarer Templerorte heute nur noch wenig Bausubstanz aus der Templerzeit zu bieten hat (etwa die bekannte Kapelle Avaleur im Süden des Dept. 10 Aube), wird man, wenn man den Spuren der Templer im nördlichen Burgund nachgeht, reich belohnt. Die Region Bourgogne, insbesondere aber die beiden Departements 89, Yonne und 21, Cote-d’Or offerieren dem Templerarchäologen nicht nur zahlreiche, sondern auch ungeahnt gut erhaltene Gebäude aus der Blütezeit der Tempelritter. Natürlich sind es – wie immer – zumeist nur die Kapellen, die mehr oder weniger unverändert erhalten geblieben sind. Die Profanbauten der commanderies,  die Unterkünfte, die Pferdeställe und die übrigen landwirtschaftlichen Nebengebäude sind abgerissen, erweitert oder den gewachsenen Bedürfnissen oder dem veränderten Zeitgeschmack der neuen Inhaber geopfert worden. Die bekanntesten Objekte dürften die Kapellen Le Saulce d’ Island (zwischen Avallon und Vezelay) Fontenotte (bei Dijon) und das große Stallgebäude von Mormant sein. Die Kapelle von Island verdankt ihren guten baulichen Zustand den derzeitigen Privateigentümern, die die Ruine in den achtziger Jahren behutsam instand gesetzt haben. Sie wird als Wohnung genutzt und kann natürlich nicht innen aber von außen gerne besichtigt werden. Es dürfte eine der größten Sakralbauten der Templer in Franreich sein.

Le saulce d'Island
Templerkappel Le Saulce d'Island
Foto: Philippe Slosse

Die Größe erklärt sich wohl durch die Nähe zu Vezelay, (Dept. 89, Yonne) einer der wichtigsten Sammelpunkte der Pilgerströme nach Santiago de Compostella. Von hier führte die via lemovicensis die Pilger über Nevers, Limoges und  Perigueux. Die eher überdurchschnittliche Dichte von Templerbesitzungen in dieser Region dürfte sich vor allem durch die vordergründig wichtigste Aufgabe des Templerordens, für den Schutz der Pilger zu sorgen, erklären. Man darf aber annehmen, dass auch die Kaufleute das perfekte Etappennetz der Templer und der dadurch gewährleistete Schutz der Strassen zu schätzen wußten und dass die Templer sich auch diese Zuneigung wirtschaftlich nutzbar machen konnten. In Fontenay-pres-Chablis sollen die Templer sich auch um Weinanbau verdient gemacht haben.- Eine wunderschöne romanische Kapelle zeugt dort noch von ihrer Anwesenheit. In St-Bris-le-Vineux, ebenfalls in der Nähe von Chablis, fanden wir ein ganz erstaunliches Tympanon mit einer gehörnten Fratze unter einer Taufszeremonie. Die Darstellung dürfte Anlass für allerlei Diskussionen und Spekulationen geben.

Fontenay-pres-Chablis
Fontenay-pres-Chablis
Foto: Markus Menzendorff

Die ebenfalls leicht überdurchschnittliche Templerdichte im östlichen Nachbardepartement Cote-d’Or hat meines Erachtens einen anderen Grund. Zwischen Dijon und Chatillon-sur-Seine liegt die Wasserscheide und hier unterbricht eine Strecke etwa 60 km Land den sonst durchgängig möglichen Lastentransport auf Wasserstrassen vom Mittelmeer bis zur Nordsee. Auch die Kelten hatten diesen außerordentlich strategischen Lagevorteil schon erkannt und wirtschaftlich gut ausgenutzt (Vix, Mont Lassois). Ich wage die Vermutung, dass die Templer diesen Erfolg auch für sich nutzbar machen und am Transport- und Beherbergungsgeschäft verdienen konnten. Der gesamte Austausch der Waren, die den Rhone und die Saone heraufgezogen und nach einem kurzen Landtransfer die Seine herabgeschippert werden konnten, mußte hier durch. In Süddeutschland gibt es offenbar auch so ein Phänomen, an der Wasserscheide zwischen Main und Donau, an der ehemaligen fossa carolina. Hiervon werde ich noch gesondert berichten.

La Courroirie ist eins meiner liebsten Templergebäude. Sie befindet sich auf einem noch intensiv bewirtschafteten Bauernhof und der interessierte Besucher möge bitte die Privatspäre der Eigentümer respektieren. Die Kapelle ist noch in einem ganz ordentlichen Zustand, und sie hat eine zauberhafte Ausstrahlung. Die commanderie in Bure-les-Templiers bietet eine Kapelle, die völlig intakt heute noch für Gottesdienste benutzt wird. Ein früherer Eigentümer des Anwesens soll auf der Suche nach etwaigen Schätzen der Templer um 1850 die übrigen Gebäude der commanderie mit Dynamit schwerst beschädigt haben. Von den Spuren dieser Tat kann man sich heute überzeugen. Offenbar sind in jüngster Zeit umfassende Instandsetzungsarbeiten in Angriff genommen worden.

La courroirie
Tempelkapelle La Courroirie
Foto: Markus Menzendorff

Das Burgund lohnt eine Reise natürlich auch im Hinblick auf Küche und Keller der Gastronomie. Bei einem Glas goldenen Chablis konnte man sich in Ruhe die Beute der Jagd nach den Templern  betrachten und sich auf ein erlesenes Mahl freuen…

Markus Menzendorff,
Hobby-Tempelorden-Enthusiast,
49 Jahre,
Frankfurt am Main.




Copyright

(NL) De kosten om informatie en afbeeldingen gratis op deze website te plaatsen, zijn niet gering. Indien u tekst of beelmateriaal wil gebruiken, contacteer dan eerst de webmaster. Overtredingen zullen gerechterlijk vervolgd worden. lees verder

(UK-US) The costs for the publishing of information and images on this website are very high. If you want to use data or images from any of these pages, contact the webmaster for permission. Violations will be prosecuted in court. read more

(F) Les coûts pour l'édition d'information et d'images sur ce site Web sont très hauts. Si vous voulez utiliserr des données ou des images d'un quelconque de ces pages, entrez en contact avec le webmaster pour la permission. Des violations seront poursuivies devant la cour. plus d'infos